Die erste Ausfahrt mit "little Büffel"
wobei sich die eine und andere "Macke" zeigte
Nachdem die Suzuki GT 550 M "little Büffel" die TÜV-Vollabnahme und die Zulassung absolviert hatte, wurde es Zeit für die ersten Probefahrten.
Die Wetteraussichten für Sonntag, den 06.04.2014 waren eher bescheiden, jedoch hatten die Meteorologen sich, wie so häufig, wieder einmal geirrt. In Unterfranken herrschte bestes Bikerwetter.
Also nahm ich die GT 550 unter meine Fittiche und Viktoria begleitete uns mit ihrer GSX 750 F.
GSX750F 015
Nach ca. einer Stunde tauschten wir die Fahrzeuge und ich war begeistert wie gut Viktoria mit ihrem neuen 39 Jahre alten Zweitakter zurecht kam. Sie hatte sichtlich Spaß an dem Fahrzeug und ich entschloss noch einmal nach Hause zu fahren, um die GT 750 A zu holen, damit "little Büffel" auch standesgemäße Begleitung hat.
So legten wir eine rund 200 km lange Tour durch den Steigerwald zurück und "little Büffel" schlug sich ganz tapfer.
Ein paar Macken traten jedoch auf. So sabberte der rechte Gabelholm trotz ausgetauschten Gabelsimmeringen mächtig Öl und der Kondensstreifen der GT 550 war deutlich zu heftig.
Eine Überprüfung des Kerzenbildes ergab eine deutliche Überfettung, sodass ich beschloss die Vergaserbatterie von außen 102,5 auf 100 herabzustufen und beim mittleren Zylinder von 102,5 auf 97,5.
Der Gabeldichtring muss ebenfalls nochmal erneuert werden. Ein witziger Defekt - zu dem ich im Moment noch keine Erklärung habe - trat dann nach den letzten Fotos der beiden GT's in den Schweinfurter Mainauen auf.
Ich startete "little Büffel" ganz normal und fuhr ihn von der Wiese auf die Straße zurück und danach die GT 750. 5 Minuten später wollten wir weiterfahren und die GT 550 sprang aufgrund einer völlig leeren Batterie nicht mehr an.
Der Kickstarter verhalf ihm dann wieder zur Lebensäußerung. Wieso sich aber die Batterie innerhalb von 5 Minuten komplett entleert hatte, war mir ein Rätsel.
Wieder in der Bikeschmiede wurde erstmal die Bedüsung geändert. In einem Suzuki Service Bulletin vom 18.06.1975 wurde die korrekte Bedüsung erläutert. Also änderte ich die Hauptdüse auf 3x 100.
Service1
Nachdem dieses erledigt war, fiel mir jedoch der hohe Verbrauch von Zweitaktöl auf.
Laut Suzuki sollte eine GT 550 mit Nikasil® beschichteten Zylindern eine Ölpumpe mit geringerer Förderleistung besitzen und dadurch nur ca. 0,8 bis 1 Liter Zweitaktöl auf 1.000 km verbrauchen. "Little Büffel" genehmigte sich jedoch 2,5 Liter auf 150 km.
Nun war also die Frage warum und mir fiel ein, dass ich die Ölpumpe der GT 550 gegen die einer GT 750 getauscht hatte, denn die originale Ölpumpe der GT 550 war leider undicht.
Sollte es bei den Pumpen Unterschiede geben? Und wenn ja, welche. Also zerlegte ich die ex GT 550 und die verbaute GT 750 Ölpumpe.
Und tatsächlich, es gab diesen, wenn auch kleinen, Unterschied in den Ölpumpen.
Beim Pumpenkolben der GT 550 Ölpumpe war ein Ring eingegossen, der die Hubsteuerung gegenüber dem Pumpenkolben der GT 750 deutlich einschränkte.
Oelpumpe2Noch auffälliger war jedoch die Pumpenhubbeschneidung im Bereich des Ölpumpendeckels.
War doch in den Ölpumpendeckel der GT 550 seitlich ein Stift eingegossen, der ebenfalls den Pumpenhub veringerte. Es waren also bei dieser Pumpe, die ja an der GT 550 montiert war als ich sie kaufte, sowohl der regelbare Pumpenhub sowie der Grundpumbenhub begrenzt.
Bei der Verwendung einen GT 750 Ölpumpe, die über diese Restriktionen nicht verfügt, braucht man sich nicht über einen solch hohen Ölverbrauch wundern. Also musste die GT 550 Ölpumpe repariert werden, was durch einen neuen Simmerring im Bereich der Steuerwelle auch gelang und der GT 550 Motor hatte von nun an die richtig dosierte Zweitaktölmenge.
Blieb nun nur noch der ständig triefende Gabelsimmerring. Nach dem Ausbau des Gabeltauchrohres stellte ich jedoch keinerlei Beschädigung an dem Gabelsimmerring fest, jedoch wies das Gabelstandrohr im Bereich des Simmerringes einige Rostnarben auf, die sicherlich zur Undichtheit führten.
Also tauschte ich das Gabelstandrohr aus und stellte danach fest, dass auch die Undichtheit verschwunden war. Bei dieser Gelegenheit wurden auch gleich die Gabeltauchrohrstaub-kappen erneuert.
Die neuen Staubkappen waren aus Edelstahl und wurden von Rainer für "little Büffel" gedreht.
Diese Staubkappen passten perfekt und nun war deren Glanz auch von anhaltender Dauer.
Ich schweißte noch den Seitenständer der GT 550 um 15 mm auf, damit "little Büffel" beim Parken nicht immer so sehr nach links hing.
Das elektrische Problem mit der völlig leer gesaugten Batterie trat bislang nicht mehr auf. Diesbezüglich tendiere ich zum "Weiterfahren und Beobachten".
So, damit waren die letzten Mängel einer GT 550 M nun auch beseitigt und es wird sich zeigen, ob "little Büffel" genauso zuverlässig sein wird, wie sein großer Bruder die GT 750 A.
Jedenfalls stehen für beide - 2014 - etliche gemeinsame Termine an.
